News vom

Volkskrankheiten: Diabetes und Depressionen begünstigen sich gegenseitig

Volkskrankheiten: Diabetes und Depressionen begünstigen sich gegenseitig © Reed Saxon/AP/dapd

Diabetes und Depressionen sind völlig unterschiedliche Krankheiten, haben aber gemeinsam, dass die Zahl der Betroffenen in den vergangenen Jahren ebenso konstant wie rasant ansteigt. Dabei ist es so, dass sich die beiden Krankheiten gegenseitig begünstigen.

Wie Psychologe Bernhard Kulzer im Vorfeld des Diabetes Kongresses 2012 in Stuttgart mitteilte, besteht zwischen Diabetes und Depression ein enges Wechselspiel. So leidet laut Kulzer jeder achte Diabetiker unter Depressionen und sogar jeder fünfte weise eine erhöhte Depressivität auf.

Die Gründe dafür sind durchaus einleuchtend. Wie Kulzer erklärte, können Depressionen bei Diabetikern dadurch entstehen, weil die Krankheit für viele Menschen zu einer Belastung und einem Stressfaktor wird. Damit einhergehend reduziert sich die Lebensqualität, wodurch wiederum die Entstehung einer Depressionen begünstigt werden könne, wie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die den Kongress vom 16. bis 19. Mai ausrichtet, zu dem 5.000 Ärzte, Diabetesberater und Experten erwartet werden, weiter ausführte.

Auf der anderen Seite haben laut Kulzer depressive Menschen ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2. Entscheidend dafür ist indes nicht der Lebensspiel von Depressiven, der mit meist wenig Bewegung aber auch nicht unbedingt vorbeugend wirkt, sondern vielmehr die Einnahme von Antidepressiva. Diese haben in vielen Fällen nicht nur eine Gewichtszunahme zur Folge, sondern vermindern auch die Reaktion der Körperzellen auf Insulin, wodurch Zucker weniger schnell und effektiv abgebaut werden kann. Darüber hinaus kann auch chronischer psychischer Stress, der für Depressionen typisch ist, die Wirkung des körpereigenen Insulin reduzieren.

Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft haben in der Bundesrepublik etwa sieben Millionen Menschen Diabetes. Weitere drei Millionen sind ebenfalls erkrankt, haben die Diagnose aber noch nicht erhalten und werden folglich noch nicht behandelt. Trotz dieser hohen Fallzahlen beschäftigen sich immer weniger Wissenschaftler mit der Zuckerkrankheit. Laut dem Sprecher der Diabetes Gesellschaft, Andreas Fritsche, existieren deutschlandweit derzeit nur noch weniger als zehn Lehrstühle mit dem Schwerpunkt Diabetes, wobei vor allem in den vergangenen zehn Jahren ein Rückgang um rund die Hälfte zu verzeichnen war. Ein Grund dafür ist laut Fritsche, dass die meisten Patienten anders als noch vor rund 20 Jahren heute nicht mehr stationär behandelt werden und sich den Ärzten und Wissenschaftlern dadurch weit weniger Forschungsmöglichkeiten in den Kliniken bieten.

Anzeige:




Ähnliche Nachrichten:




Anzeige

Rost entfernen leicht gemacht


Letzte Nachrichten

Auch in den News

Social Media als optimaler Bereich für die perfekte Werbung thumbnail Social Media als optimaler Bereich für die perfekte Werbung

Der Besuch dieser Seite beschert einem ein optimales Nachrichtenportal, mit dem sich immer auf dem Laufenden halten kann, was die unterschiedlichsten Themen deutschlandweit oder auch auf der ganzen Welt betrifft. Top News aus den verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Auto und Sport stehen dabei jederzeit zur Verfügung und auch unterhaltsame Geschichten aller Art sowie […]

Mehr Nachrichten

Kreta – Eine Traumdestination im Wandel thumbnail Kreta – Eine Traumdestination im Wandel

Weitere Schlagzeilen