News vom 27.07.2017

Warum Berlin mehr Dönerläden als Istanbul hat

Warum Berlin mehr Dönerläden als Istanbul hat Bild: Pixabay

Der Döner ist inzwischen das Lieblings-Fast-Food der Deutschen. Die Idee eines findigen Imbissbesitzers das traditionelle Gericht „Döner Kebab“ in einem Fladenbrot zu servieren hat sich als so genial herausgestellt, dass es in der deutschen Hauptstadt mehr Dönerimbissstände gibt, als in der größten Stadt des Herkunftslandes des Gerichtes.

Döner Kebab bedeutet wörtlich „drehender Spieß“. Im deutschen Sprachraum wird als Döner Kebab ein Gericht aus Fleisch mit Beilagen wie Reis oder Salat, welches in einem aufgeschnittenen Fladenbrot serviert wird, bezeichnet. Das ursprünglich auf einem Teller servierte Gericht wird seit den 1970er Jahren in einem Fladenbrot direkt in die Hand verkauft und begann somit seinen Siegeszug in Deutschland. So entstanden immer mehr Imbissbuden, die den Döner verkaufen. Diese Läden werden häufig von türkischen Einwanderern betrieben und erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit.

Der aus der traditionellen osmanischen Küche stammende Döner wird inzwischen in verschiedenen Formen wie Dürüm-Döner, vegetarischen Döner, mit Pommes Frites als Beilage oder auch mit Schafskäse angeboten und ist in fast allen europäischen Ländern als Fast Food etabliert.

Berlin das Zentrum der Dönerläden

Das Zentrum des Döners liegt aber inzwischen nichtmehr, wie man es vermuten würde, in Istanbul, der größten Metropole des Heimatlandes, sondern in Berlin. Hier, genauer gesagt in einem Imbiss nahe des Cottbusser Tores in Berlin, soll auch der erste Döner im Fladenbrot verkauft worden sein. Neben dem starken Zuwachs an Dönerläden in Berlin und Deutschland hat sich auch die Zahl in der Türkei deutlich gesteigert. Gründe hierfür sind wohl die gestiegene Beliebtheit in Deutschland und die zunehmende Amerikanisierung der globalen Fast-Food-Kultur.

Anzahl der Dönerimbisse weiter ansteigend

Inzwischen sind es über 40.000 Dönerläden in Deutschland, von denen Rund Zehn Prozent in Berlin verortet sind. Diese Dönerläden haben inzwischen erste Franchises gegründet und sich sogar mit Lieferservices zusammengetan, um den Döner direkt zu den Kunden nach Hause zu liefern. Jeder möchte ein Stück vom Kuchen abhaben. Schon 2014 wurde der Gesamtumsatz von Dönerverkäufern auf circa 3 Milliarden Euro geschätzt. In der Industrie gibt es natürlich einen großen Preiskampf und viele kleinere abgelegene Läden kämpfen um ihr Überleben, allerdings ist die Anzahl an Dönerläden weiter ansteigend. Viele Imbissbesitzer überleben nur durch ihre Stammkunden und werden durch den Betrieb ihres Laden keineswegs reich, denn nicht vor jedem Laden bilden sich solche Schlangen, wie es die Anwohner vom Mehringdamm vor Mustafas Gemüsedöner gewöhnt sind.

In Zukunft bleibt zu hoffen, dass sich nicht zu viele Franchises bilden, damit der Döner nicht irgendwann überall gleich schmeckt, sondern die Geschmacksvielfalt zwischen den einzelnen Läden weiter erhalten bleibt.

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