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Warum immer mehr Raucher zur E-Zigarette greifen

Warum immer mehr Raucher zur E-Zigarette greifen © : REDPIXEL.PL - 140876200 / Shutterstock.com

Es gibt sie schon seit 1963, erfunden wurde sie in den USA von einem gewissen Herbert A. Gilbert – die E-Zigarette. Produziert wurde sie jedoch erst 40 Jahre später in China. Seitdem ist der Hype um die dampfenden Geräte kaum mehr aufzuhalten. Vor allem Raucher erhoffen sich, mit der E-Zigarette vom blauen Dunst loszukommen.

Der Umsatz mit E-Zigaretten ist erstaunlich: Waren es im Jahr 2010 noch 5 Millionen Euro, sind es 2015 etwa 275 Millionen, die die Händler damit verdienen. Es sind jedoch nur sehr wenige Jugendliche, welche regelmäßig E-Zigaretten konsumieren.

Wie funktioniert eine E-Zigarette?

Bei herkömmlichen Zigaretten wird der Tabak verbrannt. Es entsteht Rauch, den der Konsument einatmet. Inklusive seiner schädlichen Stoffe. Bei einer E-Zigarette wird dagegen nichts verbrannt. Stattdessen wird eine Flüssigkeit, Liquid genannt, erhitzt. Dadurch verdampft das Liquid. Dieser Dampf wird eingeatmet.
Liquids gibt es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Mit und ohne Nikon. Die Betreiber des Internetportals liquido24.de erklären, dass die Liquids aus bis zu fünf unterschiedlichen Substanzen bestehen.

  • Propylenglykol (kommt auch in Kaugummi oder Zahnpasta vor und sorgt für den typischen Dampf)
  • Glycerin
  • Wasser
  • Lebensmittelaromen
  • Nikotin (falls gewünscht)

Das Liquid gerät an einen Heizdraht, der die Flüssigkeit auf Knopfdruck verdampfen lässt.

Kann man mit E-Zigaretten aufhören zu rauchen?

In der Vergangenheit waren die Experten skeptisch. Lungenärzte und Psychologen hielten es nicht für möglich, dass sich jemand mit einer E-Zigarette das Rauchen abgewöhnt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum hält die E-Zigaretten für „gesundheitlich bedenklich“.

Ganz anders sieht das eine Studie aus England, nach der das Nutzen-Risiko-Verhältnis eingeschätzt wurde. Ergebnis: Die elektrische Zigarette hilft besser als Pflaster oder Kaugummis vom Rauchen wegzukommen. Unter anderem läge das daran, dass man die E-Zigarette mit der Hand zum Mund und wieder zurückführt. Das sorge für ein befriedigendes Erlebnis bei Rauchern.

Und auch Mediziner der Ärztevereinigung Royal College of Physicians bestätigen: Die Risiken im Vergleich zu einer normalen Zigarette seien bei einer E-Zigarette um 95 Prozent geringer.

Sind E-Zigaretten ein Risiko, mit dem Rauchen zu beginnen?

Eine andere Sicht der Dinge haben dagegen die Gegner der elektronischen Glimmstängel. Sie würden die Tür zum Rauchen erst öffnen. Gerade Jugendliche seien gefährdet, durch die tabaklose Alternative erst ans Rauchen gewöhnt zu werden. Weil es die Liquids auch mit Nikotin gebe, könnte die Gewöhnung daran den Weg zum Rauchen bahnen. Zudem würden die fruchtigen Aromen die Neugier Jugendlicher wecken. Immerhin: Der Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahren ist verboten. Die oben genannte Studie beweist allerdings auch: Nur wenige der regelmäßigen E-Zigaretten-Dampfer sind Erwachsene oder Jugendliche, die noch nie geraucht haben. Etwa 18% der Dampfer versuchen sogar mit der E-Zigarette sich das Rauchen zu entwöhnen.

Kann man mit einer E-Zigarette seine Gesundheit verbessern?

Eine deutsche Studie, die im „International Journal of Environmental Research and Public Health“ erschienen ist, sagt: Ja! Bei 74 Prozent erschienen ist, sagt: Ja! Bei 98 Prozent der ehemaligen Zigarettenraucher, die auf E-Zigaretten umgestiegen sind, ist eine gesundheitliche Verbesserung eingetreten. Die häufigsten Verbesserungen waren:

  • Bessere Kondition
  • Besserer Geruch
  • Besseres Wohlbefinden
  • Besserer Geschmackssinn
  • Bessere Atemfunktion

Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass eine gesundheitliche Besserung nach etwa zwei Jahren eintritt.

Wie lange hält eine E-Zigarette?

Das kommt auf zwei Faktoren an: Zum einen darauf, wie hoch das Fassungsvermögen des Liquid-Behälters ist, und zum anderen, wie häufig der Nutzer an der E-Zigarette zieht. Auch die Leistungsfähigkeit der E-Zigarette ist ein Faktor, wie lange sie dampft. Die Hersteller geben die Haltbarkeit einer Füllung mit etwa 200 bis 300 Zügen an.
Sind E-Zigaretten schädlich oder nicht?

E-Zigaretten sind keine unbedenkliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten. Auch in den Liquids sind Zusatzstoffe, von denen nicht hinreichend bekannt ist, ob sie schädlich sind. Gesund ist das Dampfen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Aber immerhin weniger schädlich als das Rauchen herkömmlicher Zigaretten. Denn in denen sind nun wirklich jede Menge gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Das ist seit Jahrzehnten bekannt. Verkauft werden Zigaretten heute aber immer noch.

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