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Was kann gegen üble Nachrede im Internet getan werden?

Üble Nachrede und Rufmord sind im Internet längst keine Seltenheit mehr. Auf speziellen Portalen werden fiese Kommentare über Nachbarn verbreitet, Lehrer von Schülern an den Pranger gestellt oder peinliche Details über Ex-Partner enthüllt. Auch in Online-Communities wie Chats und Foren geht es nicht immer freundlich zu. Wer Gemeinheiten über sich im Internet entdeckt, sollte nicht tatenlos zusehen, sondern gezielte Schritte dagegen einleiten. Eine möglichst rasche Entfernung solcher Negativäußerungen ist sinnvoll, denn je länger sie online zu lesen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie an andere Stellen kopiert werden. Sie dann noch vollständig auszumerzen, wird immer schwieriger.

Tauchen in einem Portal wie Youtube kompromittierende Videos auf oder werden in einer Online-Fotosammlung heikle Fotos veröffentlicht, liegt unter Umständen eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts vor. Davon ist auszugehen, wenn die Multimedia-Dateien ohne Zustimmung desjenigen ins Web gestellt wurden, der in ihnen zu sehen ist. Betroffene sollten den Betreiber des Portals kontaktieren. Oft gibt es die Möglichkeit, anstößige Inhalte von der jeweiligen Seite aus per E-Mail zu melden. Dass die Inhalte schnell gelöscht werden, ist aber keinesfalls garantiert, es kann durchaus einige Tage oder gar Wochen dauern.

Wer befürchtet, jemand könnte peinliche Fotos oder Videos veröffentlicht haben, dem gelingt das Aufspüren dieser Inhalte mit einer gängigen Suchmaschine nicht in jedem Fall. Besser ist es, auf eine sogenannte biometrische Suche zu setzen. Hierbei wird eine spezielle Software mit Hilfe von Fotos mit individuellen Gesichts- oder Körpermerkmalen vertraut gemacht. Anschließend durchforstet das Programm einschlägige Internet-Portale und sucht nach Übereinstimmungen der dort in den Fotos gezeigten Menschen mit den zuvor eingelesenen Referenzfotos. Ein Anbieter solcher kostenpflichtigen Dienstleistungen ist beispielsweise das Unternehmen ProComb. Werden tatsächlich Bilder oder Filme aufgespürt, hilft nur der Versuch einer Kontaktaufnahme mit dem Seitenbetreiber, um ihn zur Entfernung der Fotos oder Videos zu bewegen.

Finden sich in einer Online-Community oder einem Forum verleumdende Beiträge, so ist in diesem Fall der Betreiber der Pattform zu kontaktieren und um eine Löschung zu bitten. Seriöse Anbieter bieten auf ihren Seiten ein Impressum an, in dem Kontaktmöglichkeiten genannt werden. Manche Foren sind Gratis-Angebote von größeren Unternehmen, die sich über Werbeeinblendungen finanzieren. In einem solchen Fall kann der Betreiber eines Forums oft nur über das übergeordnete Unternehmen erreicht werden, welches das Gratis-Forum anbietet. Reagiert ein Betreiber nicht, sollte eine Frist von maximal einer Woche gesetzt und mit einer Strafanzeige gedroht werden. Sind Name und Adresse des Betreibers nicht auffindbar, sollte ein im Internet Verleumdeter Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Mitunter ist es zudem auch hilfreich, professionelle Unternehmen einzuschalten, die den Ruf eines Internet-Nutzers reinwaschen. Unter “Verleumdungen bekämpfen” oder “guter Ruf im Internet” sind in Suchmaschinen entsprechende Dienstleister zu finden. Gaby Schulemann-Maier/cid cid/sm

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