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News vom 20. Februar 2009
Im Internet kann in Ländern ohne staatliche Zensur jeder Web-Nutzer seine Meinung frei in Worten, Bildern und Videos äußern. Sogenannte Blogger, die Online-Journale betreiben, liefern häufig eine erfrischend andere Sicht auf aktuelle Ereignisse als manche Massenmedien. Gerade weil Blogger den Ruf haben, unabhängig zu sein, haben viele ihrer Blogs eine große Fan-Gemeinde. Das ist auch Werbe-Experten und Marketing-Spezialisten längst bewusst, weshalb es für sie zu lohnen scheint, populäre Blogger für sich einzuspannen.
So kann etwa ein Blogger dafür bezahlt werden, positive Äußerungen über bestimmte Produkte in seine Beiträge einfließen zu lassen. Je nach Popularität seines Blogs würden Hunderte oder gar Tausende andere Web-Nutzer diese Beiträge lesen und sich davon möglicherweise in ihrem Konsumverhalten beeinflussen lassen. Weil viele Blog-Leser in den Online-Journalen keine Werbung vermuten und davon ausgehen, es mit unabhängigen Medien zu tun haben, handelt es sich aus der Sicht zahlreicher Web-Nutzer um eine hinterlistige Täuschung.
In Blogger-Kreisen ist es verpönt, sich zu Werbezwecken “kaufen” zu lassen, was jedoch scheinbar nichts daran ändert, dass einzelne Blogger auf diesen Grundsatz pfeifen und die Hand aufhalten, wenn ihnen Geld für versteckte Werbung angeboten wird. Ein solcher Fall macht derzeit in Australien Schlagzeilen. Laut der Zeitung “Sydney Morning Herald” soll der auf dem Fünften Kontinent berühmte YouTube-Blogger Hugh Thomas Geld dafür erhalten haben, in seinem Video-Blog versteckt für die TV-Serie “Lie to me” zu werben. Thomas hatte ein satirisches Video über die Serie veröffentlicht, das von über 10 000 Nutzern angeschaut worden ist. Eine ungenannte dritte Partei soll ihn darum gebeten haben, so vorzugehen. Bezahlt haben soll ihn 20th Century Fox, ein US-Unternehmen, das Film- und TV-Inhalte produziert und vertreibt. Für etliche Blog-Leser dürfte sich nun zurecht die Frage stellen, ob ihrem Lieblingsautor tatsächlich zu trauen ist. cid/sm
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