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News vom 06. Juli 2009

Die jüngste Panne hätte durch Aufzeichnungen in der «Blackbox» aufgeklärt werden können. Eine entsprechende Anlage zur Aufzeichnung aller Gespräche und Stimmen in der Leitwarte des Kraftwerks sei jedoch ausgeschaltet gewesen.
Aller Voraussicht nach gestaltet sich die Aufklärung des jüngsten Störfalls im Atomkraftwerk Krümmel am vergangenen Samstag schwieriger als erwartet. Einem Bericht der Tageszeitung «Die Welt» (Montagausgabe) zufolge war eine entsprechende Anlage zur Aufzeichnung aller Gespräche und Stimmen in der Leitwarte des Kraftwerks ausgeschaltet. Der zweite, zum Pannentrafo von 2007 baugleiche Transformator des Kraftwerks war am Samstagmittag aufgrund eines Kurzschlusses ausgefallen. Das Kraftwerk war daraufhin automatisch vom Netz getrennt worden. Aufschluss über den Grund der Panne hätte man durch die Aufzeichnungen in der «Blackbox» gewinnen können.
Am 19. Juni hatte zwar das schleswig-holsteinische Sozialministerium als zuständige Aufsichtsbehörde «kontinuierliche Audioaufzeichnungen auf der Hauptwarte» des Kernkraftwerks Krümmel angeordnet. Aus Sicht des Ministeriums sollte die Mikrofonanlage – ungefähr vergleichbar mit dem Flugschreiber (Blackbox) im Cockpit eines Flugzeugs – «belastbare, schnellere und vereinfachte Aufklärung von Ereignisabläufen» bringen.
Vattenfall hatte Klage gegen die Audioaufzeichnungen eingereicht
Laut Zeitungsbericht wurden die Audioaufzeichnungen dem Krümmel-Betreiber Vattenfall Europe zur Auflage gemacht, ehe das Atomkraftwerk wieder angefahren werden dürfe. In einem Statement des Aufsicht führenden Landesministeriums in Kiel heißt es: «Da die Betreiberin zu einer freiwilligen Einführung nicht bereit war, wurde mit Bescheid vom 25. Februar 2009 eine entsprechende nachträgliche Auflage erlassen.»
Gegen die Audioaufzeichnungen habe das schwedische Energieunternehmen jedoch eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Schleswig eingereicht. Dort ist die Klage derzeit noch anhängig. Deshalb sei die Mikrofonanlage, mit deren Installation Vattenfall begonnen hatte, am vergangenen Samstag noch nicht in Betrieb gewesen. Auf Nachfrage hätten Mitarbeiter von Vattenfall Europe ebenso wie das Aufsicht führende Ministerium in Kiel dies bestätigt. (ddp/dtn/ba)
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